Kleine Symbole an Haustüren, Briefkästen oder Klingelschildern wirken auf den ersten Blick harmlos. Sie können jedoch eine ernste Bedeutung haben, denn es könnte sich um sogenannte Gaunerzinken handeln. Besonders heikel: Ein bestimmtes Symbol soll darauf hinweisen, dass in dem Haushalt eine „alleinlebende Frau“ wohnt. Diese Information können Einbrecher und Einbrecherinnen gezielt ausnutzen. Doch wie gefährlich sind die Symbole wirklich? Expert*innen ordnen ein.
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Einbrecher: Was hinter den geheimen Symbolen steckt
Polizei und Sicherheitsexpert*innen bestätigen, dass derartige Zeichen verwendet wurden. Auf der offiziellen Präventionsplattform „Polizei Dein Partner“ erklärt Ulrik Damitz, Leiter der Stabsstelle Prävention bei der Polizeidirektion Flensburg: „Vonseiten der Polizei besteht die Vermutung, dass es das Phänomen in den vergangenen Jahren tatsächlich gegeben hat. Dabei gilt: Nicht jede Markierung ist ein Hinweis auf einen geplanten Einbruch. Dennoch sollten ungewöhnliche Zeichen ernst genommen werden.
Und wie sehen die Zeichen aus? Findest du an deiner Tür ein „N“, dann weist es darauf hin, dass bei dir nachts eingebrochen werden soll. Ein „M“ hingegen steht für morgens. Und auch für ältere Personen oder alleinlebende Frauen gibt es Symbole – Letztere werden mit einem Dreieck markiert.

Es gibt noch weitere Symbole und Hinweise
Nicht immer werden Symbole an die Tür oder Briefkästen gemalt. Fachleute warnen auch vor subtileren Methoden, etwa einem feinen Faden in der Tür, einem Keks unter der Fußmatte, einem unauffällig platzierten Gegenstand im Türrahmen oder manipulierten Klingeln und Briefkästen. Täter*innen können so herausfinden, ob Bewohner*innen zu Hause sind oder beispielsweise verreist sind.
Du hast etwas Verdächtiges bemerkt? Die richtige Vorgehensweise
Wer eine unbekannte Markierung oder einen ungewöhnlichen Gegenstand an Haus oder Wohnung bemerkt, sollte besonnen reagieren:
- Zeichen fotografieren, nicht sofort entfernen
- den Fund der Polizei melden
- Nachbar*innen informieren und aufmerksam bleiben
Unabhängig davon raten Expert*innen, grundlegende Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen – etwa Schlösser oder die Beleuchtung. Zudem weist die Polizei darauf hin, dass solche Zeichen auch immer wieder medial aufgebauscht werden. Häufig berichten Bürger*innen nur dann von merkwürdigen Markierungen, wenn das Thema gerade in den Medien präsent ist. Aufmerksamkeit ist somit wichtig, Übervorsicht jedoch nicht nötig.

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Aufmerksam sein, aber nicht verrückt machen
Nicht jedes unbekannte Symbol in der Nähe des eigenen Zuhauses ist gleich ein Gaunerzinken – oft steckt einfach ein harmloser Kinderstreich dahinter. Dennoch gilt: Unerklärliche Markierungen, besonders an sensiblen Stellen, sollten ernst genommen und nicht einfach übersehen werden. Wer unsicher ist, kann sich an die Polizei oder vertrauenswürdige Sicherheitsunternehmen wenden, um sich beraten zu lassen.

