Der langersehnte Urlaub steht vor der Tür, doch du benötigst noch jemanden, der den Briefkasten leert, die Pflanzen gießt oder sich um das Haustier kümmert? Allerdings ist der hilfsbereite Nachbar krank und deine beste Freundin wohnt weit weg. Für solche Fälle gibt es Anzeigen im Internet, mit denen sich engagierte Leute aus der Gegend als Haustiersitter bewerben können. Vertrauenswürdig, bewertet, geprüft – meistens jedenfalls. Doch unter den helfenden Händen finden sich auch schlimme Finger, die ihr Unwesen treiben. Denn Einbrecher nutzen deine Situation schamlos aus – mit einem ausgeklügelten Trick.
Lesetipp: Zu dieser Uhrzeit schlagen Einbrecher am häufigsten zu – und so bist du optimal abgesichert!
Neue Masche: Einbrecher geben sich als Haustiersitter aus
Es passiert so, dass du erst einmal gar nichts von der Masche bemerkst.
- Du suchst Unterstützung für deine Haustiere, etwa über soziale Medien, Nachbarschafts-Gruppen oder Kleinanzeigen – und nimmst Kontakt auf.
- Der Täter oder die Täterin präsentiert sich zunächst freundlich, antwortet professionell auf deine Anfrage und bietet spontan Hilfe an. Du gewinnst Vertrauen, fühlst dich gut aufgehoben und bist froh, jemand passenden gefunden zu haben.
- Du übergibst die Schlüssel, sodass die Person Zutritt zu deiner Wohnung bekommt.
- Während der vermeintliche „Sitter“ im Haus ist, schaut er sich bewusst um und checkt deine Wertgegenstände, Bargeldverstecke und Alarmanlagen.
- Bist du im Urlaub, schlägt der Täter oder die Täterin zu.
Erst wenn du von deiner Reise heim kommst, spürst du das ganze Ausmaß der Situation, warnt ELC-Security. Bis dahin hat sich der Einbrecher allerdings mit Sack und Pack aus dem Staub gemacht.

Keine Einbruchsspuren, keine Einbruch?
Du kommst nach Hause und stellst fest: Die Wohnung ist aufgeräumt, die Katze gefüttert und die Tür ordnungsgemäß verschlossen. Doch es fehlen Bargeld, Laptop und Schmuck? Jetzt wird es besonders heikel, denn ohne die klassischen Einbruchsspuren ist ein Einbruch gegenüber der Versicherung schwer nachzuweisen, erklärt der Gesamtverband der Versicherer.
Da die Einbrecher deinen Schlüssel hatten, sind Türen und Fenster unbeschädigt geblieben. Da viele Versicherungen ihre Leistungen an diese Hinweise knüpfen, könnte der Vorfall nicht als Einbruchdiebstahl, sondern als einfachen Diebstahl oder sogar als grobe Fahrlässigkeit eingestuft werden. Das bedeutet: Du erhälst keinen oder nur einen stark reduzierten Schadensersatz.
So gehst du vor, wenn du betroffen bist
Dennoch solltest du den Diebstahl umgehend der Polizei melden und genau schildern, was passiert ist. Wichtig dabei sind Informationen wie:
- Wer hatte Zugang zur Wohnung?
- In welchem Zeitraum und unter welchen Umständen?
- Namen, Kontaktdaten, Inserate oder Chat-Verläufe
Teile der Polizei mit, dass die Einbrecher einen Schlüssel genutzt haben. Diese Information ist zentral für die Ermittlungen. Notiere möglichst detailliert, was dir fehlt – inklusive Kaufdatum, Wert, Seriennummern und Fotos, falls vorhanden. Nach dem Vorfall empfielt es sich, die Türschlösser auszutauschen.
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Wie du dich vor Einbrechern als „Haustiersitter“ schützt
Die Gewerkschaft der Polizei weist darauf hin, dass Einbrecher häufig Gelegenheiten nutzen, um aus scheinbar legitimen Gründen die Wohnungen zu betreten. Auch wenn die Statistiken nicht explizit jeden Trick einzeln benennen, zeigen sie: Täter oder Täterinnen beobachten deine Gewohnheiten, suchen gezielt nach Abwesenheiten und nutzen jede Chance, irgendwie ins Haus zu gelangen.
Weiterlesen: Laut Einbrechern: Wessen Wohnung so aussieht, wird häufiger bestohlen
5 konkrete Tipps
Natürlich steckt nicht hinter jeden hilfsbereiten Person im Internet ein Einbrecher. Doch im wachsam zu sein, solltest du die folgenden Maßnahmen beherzigen:
- Nur vertrauenswürdige Personen beauftragen wie Bekannte, Familie oder etablierte Apps mit überprüfbaren Referenzen.
- Sicherer Nachweis: Wenn du Fremde beauftragst, lass dir zum Beispiel ihren Personalausweis als Pfand für deinen Schlüssel geben.
- Alarmanlage aktiv lassen: Falls möglich, deaktiviere nur den Bereich, in dem das Tier versorgt wird, während der Rest der Wohnung geschützt bleibt.
- Treffen vorab vereinbaren: Lade die Person vor deinem Urlaub zu einem persönlichen Kennenlernen ein und achte auf dein Bauchgefühl.
- Nachbarschaft einbeziehen: Bitte vertraute Leute aus der Nachbarschaft, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen und dir bei ungewöhnlichen Aktivitäten Bescheid zu sagen.

