Wenn du jemandem sagst, er möge dahin gehen, wo der Pfeffer wächst, schickst du die Person wortwörtlich auf eine Reise um die Welt. Hinter dem hitzigen Sprichwort steckt eine kulturelle Historie, die heute kaum bekannt ist. Doch wo wächst der Pfeffer? Und warum möchte dort niemand hin? Wir zeigen dir den sagenumwobenen Ort.
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Wo wächst der Pfeffer? Und warum schicken wir alle dorthin?
Die Redewendung „Geh dahin, wo der Pfeffer wächst“ nutzen wir heutzutage, um auszudrücken, dass wir jemanden loswerden möchten – am liebsten so weit weg wie möglich. Ursprünglich war der Gedanke dahinter, eine Person „dahin zu schicken, wo der Pfeffer wächst“ eine drastische Aufforderung, jemanden an einen sehr abgelegenen Ort zu verfrachten. Wie der Urlaubsguru schreibt, kam der Pfeffer früher aus fernen Regionen nach Europa. Man dachte also, der Pfeffer wächst am Ende der Welt. Doch ist das wirklich der Fall?

Die historische Bedeutung des Sprichworts
Vermutlich geht die Redewendung auf das frühe 16. Jahrhundert zurück. Damals war Pfeffer ein kostbares Gewürz, das über sehr weite Handelswege aus Asien nach Europa gelangte. Besonders Indien galt als Ursprungsland des schwarzen Pfeffers und war für die Menschen kaum erreichbar. Schon im Mittelalter wurde der Pfeffer über Landwege mit Karawanen transportiert, bevor der Seeweg um Afrika etabliert wurde, erklärt Blue Prints. Aufgrund dieser abenteuerlichen, langwierigen Reisen galt „wo der Pfeffer wächst“ als Ausdruck für einen weit entfernten Ort.
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Und wo wächst der Pfeffer wirklich?
Botanisch gesehen gehört die Pfefferpflanze zur Gattung Piper (insbesondere Piper nigrum), einem Kletterstrauch aus tropischen Regionen. Die optimale Umgebung für den Anbau sind warme, feuchte Klimazonen, wie sie in Indien, Indonesien, Vietnam oder Brasilien herrschen. Indien gilt als klassisches Ursprungsland der Kultivierung, hauptsächlich an der Malabarküste, wo schwarzer Pfeffer schon vor mehr als 4000 Jahren verwendet wurde.

Heute ist Pfeffer eines der meistgenutzten Gewürze der Welt, doch sein Hauptanbau findet laut dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg weiterhin in den Tropen statt:
- Indien bleibt einer der größten Produzenten.
- Vietnam hat in den letzten Jahrzehnten stark aufgeholt und ist ein bedeutender Exporteur.
- Indonesien und Brasilien gehören ebenfalls zu den wichtigen Regionen im globalen Pfefferhandel.
Was macht Pfeffer so besonders?
In früheren Jahrhunderten war Pfeffer weit mehr als ein Küchengewürz. Er war ein Handelsgut von immensem Wert: Oft wurde er als Zahlungsmittel oder Luxusgut gehandelt – und sogar mit Gold verglichen. Seine Schärfe machte ihn zu einer begehrten Zutat, die Speisen nicht nur würzte, sondern auch Gerüche überdecken konnte.
Jemanden dorthin zu schicken, wo der Pfeffer wächst, ist also vielmehr ein Kompliment, als ein freches Sprichwort. Wenn du das nächste Mal jemandem sagst, er möge dahin gehen, wo der Pfeffer wächst, dann schickst du ihn – im übertragenen Sinn – an einen interessanten Ort, der früher für uns fast unerreichbar war.

