Künstliche Intelligenz bei FUNKE Digital: Warum und wie wir sie einsetzen
Warum wir über KI sprechen müssen
Es ist kein Geheimnis mehr, dass Programme wie ChatGPT oder Bildgeneratoren heute Texte schreiben, Bilder malen und Daten analysieren können. Spätestens mit dem Erfolg dieser Tools steht jedes Medienhaus vor der Frage: Wie nutzen wir diese Technologien sinnvoll?
Bei FUNKE Digital betrachten wir künstliche Intelligenz (KI) als Werkzeug, das unsere Arbeit unterstützt, nie aber als Ersatz für die Menschen in unseren Redaktionen. KI hilft uns, Inhalte besser zu recherchieren, schneller zu produzieren und digital aufzubereiten. Dabei gilt: Jede automatisierte Empfehlung wird durch unsere Redakteurinnen und Redakteure überprüft, bevor sie veröffentlicht wird.
KI als Partner, nicht als Ersatz
Mit der Integration von KI‑Systemen ist bei uns ein neuer „Kollege“ eingezogen. Dieser Kollege übernimmt Routineaufgaben, durchforstet große Datenmengen in Sekunden und macht uns auf Auffälligkeiten aufmerksam. Er ist aber kein Chefredakteur und trifft keine Entscheidungen. Unsere Redakteurinnen und Redakteure bleiben für Themenauswahl, Einordnung und Formulierung verantwortlich. Das bedeutet auch, dass wir nicht blind übernehmen, was eine Maschine vorschlägt. KI kann bei uns nur unterstützen, die letzte Verantwortung liegt immer bei den Menschen.
Wo KI uns hilft
Themen finden
Früher wurde bei der Kaffeepause überlegt, welche Perspektive bei einem Neubauprojekt oder einem Café‑Eröffnung interessant sein könnte. Heute kommt die Maschine als weiterer Ideengeber hinzu. Wir fragen KI‑Tools zum Beispiel, welche Aspekte eines geplanten Baugebiets für junge Leserinnen und Leser spannend sein könnten. Die Hinweise der KI helfen uns, keine wichtigen Fragen zu vergessen und neue Blickwinkel zu entdecken. Sie ersetzt nicht den Austausch im Team, sondern ergänzt ihn.
Recherche
Bei der Auswertung großer Datenberge spielt KI ihre Stärken aus. Tools können in Haushaltszahlen einer Stadt oder den Geschäftsberichten eines Unternehmens Abweichungen schneller erkennen als das menschliche Auge. Ebenso helfen sie uns, Hintergrundinformationen zusammenzutragen. Dennoch gilt: Ergebnisse aus der Maschine müssen gegenrecherchiert werden, weil KI‑Recherchen Fehler enthalten können. Nur nach dieser Qualitätskontrolle fließen sie in unsere Berichterstattung ein.
Textarbeit
Wenn ein erster Entwurf vorliegt, unterstützen uns KI‑Programme dabei, ihn besser lesbar zu machen. Sie schlagen Überschriften vor, testen verschiedene Anfänge und bieten Formulierungen an. Die Redaktion wählt aus diesen Optionen aus oder formuliert sie neu. Interviews lassen wir durch Sprach‑KI transkribieren, damit unsere Reporterinnen und Reporter Zeit für weitere Recherchen gewinnen. Bei kurzen Veranstaltungsankündigungen kann die KI auch ganze Textvorschläge liefern – aber erst nach der sorgfältigen Prüfung durch die Redaktion gehen sie online.
Bilder und Videos
KI spielt bei der Bild‑ und Videoproduktion ebenfalls eine Rolle. Bei klassischen Nachrichtenmeldungen setzen wir weiterhin auf realistische Fotos und Videoaufnahmen, die von unseren Fotografen und Reporterinnen vor Ort stammen. Für Themen wie Food, Technik oder Reise können wir jedoch KI‑generierte Bilder einsetzen. Diese sollen Rezeptideen ansprechend visualisieren, technische Produkte erklären oder Reisetipps illustrieren. Wichtig ist uns dabei, dass solche Inhalte entsprechend gekennzeichnet werden, damit du weißt, welche Bilder aus der Maschine stammen und welche von unseren Fotografinnen und Fotografen. Moderne Kameras und Smartphones verwenden zudem KI‑basierte Funktionen, etwa zur automatischen Belichtung oder Fokussteuerung. Solche Hilfen unterstützen uns dabei, hochwertige Aufnahmen zu liefern.
Datenschutz, Quellenschutz und Transparenz
Der Schutz vertraulicher Informationen ist die Grundlage unserer Arbeit. Sämtliche KI‑Systeme müssen deshalb das Redaktionsgeheimnis, Quellen‑ und Datenschutzrechte beachten. Wir verwenden nur interne Lösungen oder Systeme, bei denen keine vertraulichen Daten an externe Anbieter weitergegeben werden. Transparenz bleibt uns wichtig: Wenn wir KI‑generierte Inhalte einsetzen, kennzeichnen wir sie klar. So kannst du nachvollziehen, welche Bestandteile eines Beitrags aus der Maschine stammen und welche von unseren Redakteurinnen und Redakteuren erstellt wurden.
Qualifizierung und Kulturwandel
KI verändert nicht nur Tools, sondern auch Arbeitsweisen. Deshalb investieren wir in Aus- und Weiterbildung. FUNKE hat einen KI‑Führerschein eingeführt: ein Schulungsprogramm, das Kolleginnen und Kollegen im Umgang mit KI fit macht. Regelmäßige KI‑Sprechstunden und eine „AI‑Ambassadors“-Community fördern einen offenen Austausch und Experimentierfreude. Denn wer KI ins Unternehmen bringen möchte, muss die Menschen einbeziehen.
Diese Haltung setzt sich auch in unserer Führungsebene fort. Paul Elvers, Head of AI, beschreibt die KI‑Strategie der FUNKE Mediengruppe als eine Balance aus technischer Innovation und klarer Governance. Der Mensch bleibt im Mittelpunkt, und jede neue Lösung wird auf ethische Standards und rechtliche Vorgaben, etwa die EU‑KI‑Verordnung, überprüft.
Grenzziehung und Verantwortung
Unsere Grundsätze lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen:
- Menschen entscheiden, Maschinen assistieren. KI macht Vorschläge – die Entscheidung, was veröffentlicht wird und wie wir formulieren, trifft immer ein Mensch.
- Datenschutz und Quellenschutz. Wir setzen nur Tools ein, die den Schutz sensibler Informationen gewährleisten.
Blick nach vorn
KI wird in den kommenden Jahren noch mächtiger – gleichzeitig wächst die Verantwortung, sie richtig einzusetzen. Uns ist wichtig, diese Entwicklung kritisch zu begleiten und dabei ehrlich zu sein, wenn etwas (noch) nicht funktioniert. Wir sehen KI als Chance, lokaljournalistische Themen noch präziser zu recherchieren, Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen aufzubereiten und die digitale Transformation unseres Hauses voranzutreiben. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass Vertrauen unser wertvollstes Gut ist. Deshalb halten wir uns an klare Prinzipien und lassen Transparenz, Datenschutz und menschliche Redaktion immer vor Technik gehen.
Du hast Fragen oder Anregungen zu unserem Umgang mit KI? Schreib uns gern. Gemeinsam möchten wir die Zukunft des Journalismus gestalten – mit Leidenschaft, Verstand und hilfreicher Technik.
