Ob in Paris, Wien oder Berlin: Weihnachtsmärkte sind heute ein fester Bestandteil der Adventszeit – ebenso wie Lichterketten und Tannenzweige. Sie prägen das winterliche Stadtbild vieler Städte und ziehen Millionen Besucher*innen an. Doch die Ursprünge dieser Tradition liegen deutlich weiter zurück und führen in eine der beliebtesten Städte Europas.
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Der erste Weihnachtsmarkt
Die Geschichte begann Ende des 13. Jahrhunderts. Im Dezember 1296 erhielt die Stadt Wien das Recht, einen sogenannten Dezembermarkt abzuhalten – den Vorreiter des heutigen Weihnachtsmarktes. Dieser Markt gilt als die erste offizielle Dokumentation der beliebten Weihnachtstradition. Zwar nennen einzelne Quellen leicht abweichende Jahreszahlen, doch der historische Kern bleibt derselbe: Wien war der Ausgangspunkt der heutigen Weihnachtsmärkte.

Mit romantischer Vorweihnachtsstimmung hatte dieser frühe Markt allerdings wenig zu tun. Der Dezembermarkt diente vor allem der Versorgung der Bevölkerung in den kalten Wintermonaten. Händler*innen boten Lebensmittel, Fleisch, Backwaren sowie einfache Gebrauchsgegenstände an. Ziel war es, das Überleben der Menschen in einer Zeit sicherzustellen, in der Transportwege unsicher und Vorräte begrenzt waren. Erst im Laufe der Jahrhunderte wandelten sich diese reinen Versorgungsmärkte zu festlichen Anlässen mit kultureller und sozialer Bedeutung.
Auf dem ersten Weihnachtsmarkt gab es noch keinen Glühwein
Aus den mittelalterlichen Wintermärkten entwickelte sich schrittweise das, was heute als Weihnachtsmarkt bekannt ist. Mit dem wachsenden Stellenwert des Weihnachtsfestes hielten auch dekorative Elemente, Süßwaren und später Kunsthandwerk Einzug. Diese Entwicklung blieb nicht auf Wien beschränkt, sondern verbreitete sich in andere Regionen Europas und schließlich weltweit. Heute finden Weihnachtsmärkte selbst in Ländern statt, in denen zur gleichen Zeit Hochsommer herrscht.

Wien selbst ist seiner Tradition treu geblieben und hat sie zugleich ausgebaut. Aus dem einzelnen Dezembermarkt des Mittelalters sind inzwischen 14 offizielle Weihnachtsmärkte geworden. Insgesamt gibt es in der Stadt mehrere hundert Verkaufsstände, an denen Speisen, Getränke und Waren angeboten werden. Damit knüpfen die Märkte bis heute an ihre ursprüngliche Funktion an, wenn auch in deutlich genussvollerer Form.
Der bekannteste Weihnachtsmarkt findet am Wiener Rathausplatz statt
Der bekannteste unter ihnen ist der Christkindlmarkt am Wiener Rathausplatz. Er gilt als einer der traditionsreichsten Weihnachtsmärkte der Stadt und wird häufig als direkter Nachfolger des mittelalterlichen Dezembermarkts bezeichnet. Historisch betrachtet, ist diese Zuordnung jedoch differenziert zu betrachten. Der heutige Rathausplatz existiert erst seit dem 19. Jahrhundert, und der Christkindlmarkt wird dort erst seit 1975 regelmäßig abgehalten.

Seine eigentlichen Wurzeln reichen dennoch weiter zurück. Bereits ab dem Jahr 1600 fand in Wien der sogenannte Thomasmarkt statt, der später als Nikolo- und Weihnachtsmarkt bekannt wurde. Über mehrere Standortwechsel hinweg entwickelte sich daraus im 19. Jahrhundert der Christkindlmarkt, der schließlich seinen heutigen Namen erhielt. In dieser historischen Kontinuität liegt der Grund, warum der Wiener Christkindlmarkt als einer der ältesten noch bestehenden Weihnachtsmärkte gilt.
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Noch heute ist die Stadt Wien für ihre Weihnachtsmärkte bekannt
Heute ist der Christkindlmarkt am Rathausplatz weit über Österreich hinaus bekannt. Internationale Medien, wie kürzlich CNN, küren ihn regelmäßig als einen der besten Weihnachtsmärkte der Welt. Mit seinen festlich geschmückten Ständen, Fahrgeschäften und symbolträchtigen Attraktionen steht er exemplarisch für die Verbindung von jahrhundertealter Tradition und moderner Eventkultur. Jährlich besuchen mehrere Millionen Menschen den Markt.

