Einbrüche nehmen nicht nur zu, die Maschen werden auch zunehmend gefährlicher. In einzelnen Fällen setzen Einbrecher und Einbrecherinnen inzwischen aggressive Chemikalien ein, um Türschlösser zu zerstören und sich Zugang zu Wohnungen oder Häusern zu verschaffen. Wo derartige Vorfälle aufgetreten sind und wie man die Einbruchsmasche erkennen kann.
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Einbruchsmasche: Mehrere Einbrecher nutzen Säure
Warum überhaupt Säure? Dahinter steckt ein ausgeklügelter Plan: Anstatt Türen aufzubrechen oder Schlösser zu knacken, wird Säure (oft Salpetersäure) in die Türschlösser gegeben, um diese zu zersetzen und die Tür dadurch öffnen zu können. Für die Bewohnerinnen und Bewohner stellt diese Vorgehensweise ein erhebliches Risiko dar:
Bereits geringe Rückstände können schwere Verletzungen verursachen. Auffällige Verfärbungen oder Abrinnspuren rund um das Türschloss können auf diese Methode hinweisen. In solchen Fällen rät die Polizei dringend, Abstand zu halten und die Behörden zu informieren.

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Wo die Einbruchsmasche angewendet wurde
Wie real diese Gefahr ist, zeigen Fälle aus Hamburg, über die der NDR berichtete. Dort registrierte die Polizei im letzten Jahr mehrere Einbrüche, bei denen Unbekannte mithilfe einer stark ätzenden Säure Türschlösser beschädigten.
Betroffen waren unter anderem Wohngebiete in Winterhude, Eimsbüttel und Harvestehude. Bereits im Jahr zuvor hatte es ähnliche Taten gegeben. Auch in der deutschen Hauptstadt kam es bereits zu Säure-Einbrüchen.
Insgesamt 318 Taten mit Säure zählte die Berliner Polizei von 2022 bis in den Frühsommer 2024, darunter waren 151 Versuche, die nicht zum Erfolg führten. Die Polizei warnt ausdrücklich davor, verdächtige Rückstände am Schloss selbst zu berühren, da die Substanz schwere gesundheitliche Schäden verursachen kann.

Wichtig zu wissen: Auch Handschuhe schützen nicht ausreichend vor dem stark ätzenden und atemwegsreizenden Stoff, wie es auf der offiziellen Webseite der Berliner Polizei heißt.
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Von Säure bis Tiersitter: Die vielen Maschen der Einbrecher
Die Säure-Methode ist jedoch nur eine von zahlreichen Strategien, die Einbrecher und Einbrecherinnen anwenden. Immer häufiger setzen Täter*innen auf Vorbereitung und Täuschung: Sie geben sich etwa als Tiersitter*in, Reinigungskraft oder Handwerker*in aus, um Wohnungen auszukundschaften und Informationen über Gewohnheiten oder Abwesenheiten zu sammeln.
Auch die sogenannte Keks-Masche ist weiterhin verbreitet – dabei prüfen Täter*innen mit kleinen Keksen unter der Fußmatte, ob Bewohner*innen längere Zeit nicht zu Hause sind –, bleibt der Keks ganz, ist das der Fall. Die Polizei mahnt deshalb zu erhöhter Aufmerksamkeit im Alltag: Ungewöhnliche Beobachtungen im Haus oder an der Wohnungstür sollten ernst genommen und im Zweifel gemeldet werden.

