„Mensch, hier steppt aber der Bär!“ Sicherlich hast du genau diese Redewendung von deiner Oma schon einmal gehört. Gemeint ist damit, dass gerade etwas Spektakuläres passiert – früher waren Bären die Hauptattraktion in Zirkussen und auf Jahrmärkten. Doch was steckt eigentlich hinter den anderen Sprüchen, die Oma immer wieder von sich gibt? Wir haben uns die Bedeutung und den Hintergrund von Omas besten Redensarten angeschaut – hier werden Kindheitserinnerungen geweckt.
Leseempfehlung: Deine Oma nennt ein T-Shirt „Nicki“? Dann kennst du vielleicht diese 9 weiteren DDR-Begriffe
1. „Umgekehrt wird ein Schuh draus“
Wenn deine Oma diese Redewendung herausgeholt hat, wollte sie dich wissen lassen, dass das Gegenteil von einem Fakt richtig ist. Dieser Spruch hat seinen Ursprung im 15. Jahrhundert, wo Schuhmacher*innen Schuhe zunächst auf links nähten. Diese mussten dann also einmal umkrempelt werden, damit „daraus ein Schuh wird“.

2. „Das ist ja unter aller Kanone“
Dieses deutsche Sprichwort ist eher nicht mehr so gängig, weil viele schnell denken könnten, dass hier Gewaltverherrlichung im Spiel ist. Allerdings ist das ganz und gar nicht der Fall.
Denn Omas Redewendung „Unter aller Kanone“ leitet sich vom lateinischen Spruch „sub omni canone“ ab, was so viel wie „unter aller Richtschnur bedeutet“, ab. „Unter aller Kanone“ ist also lediglich eine Alternative zu Sprüchen wie „unter aller Sau“ oder „das geht gar nicht“.
3. „Mein lieber Scholli!“
Diese Redewendung ist vor allem in den Nachbargebieten von Frankreich recht bekannt – und das nicht ohne Grund. Man geht nämlich davon aus, dass „Scholli“ eine Abwandlung des französischen Wortes „joli“ ist, was im Deutschen mit „hübsch“ zu übersetzen ist. „Mein lieber Scholli“ heißt also so viel wie „Mein Hübscher“ und wird oftmals als Ausruf der Bewunderung oder der Erleichterung genutzt.

4. „Das ist mir Schnuppe“
Eine „Schnuppe“ bezeichnete früher das abgebrannte Ende eines Kerzendochts, welches nicht mehr brauchbar und dadurch wertlos war. „Das ist mir Schnuppe“ bedeutet also nicht mehr und nicht weniger als „das ist mir komplett egal“.
Du magst unsere Themen? Dann lies uns auch bei Google News.
5. „Das schlägt dem Fass den Boden aus“
Hat deine Oma schon mal empört und atemlos die Redewendung „Das schlägt dem Fass den Boden aus!“ fallen gelassen? Dann hat sie sich gerade vermutlich über etwas sehr stark aufgeregt.
Diesen Spruch kann man bis ins Jahr 1516 zurückverfolgen. Um genauer zu sein: bis zur Einführung des Reinheitsgebots in der Bierbrauerei. Hierbei müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, damit sich ein Bier auch ein echtes, qualitativ hochwertiges Bier nennen darf. Wenn dies nicht gegeben war, wurde dem Fass der Boden ausgeschlagen, sodass die Flüssigkeit komplett herausfloss. Bierbrauer ärgerte das natürlich gewaltig – und so entstand die erzürnte Redewendung „Das schlägt dem Fass den Boden aus“.

Unsere Autorin Anika ist Expertin, wenn es darum geht, die neusten Interior-, Putz- und Living-Trends von TikTok, Instagram und Co. in ihren eigenen vier Wänden umzusetzen. Diese Tricks und Tipps gibt sie auf wmn und auch im echten Leben mit viel Liebe zum Detail weiter.

