Viele Unternehmen sind darum bemüht, ihre erfahrenen Mitarbeitenden im Betrieb zu halten. Allerdings ziehen viele Deutsche es vor, nicht bis zum regulären Renteneintrittsalter zu arbeiten, wie neue Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen. Warum die Wirtschaft darunter leidet – und welche Strategien die Politik dagegen plant, erfährst du hier.
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Rente: Nur so viele Deutsche arbeiten bis zum regulären Renteneintrittsalter
2024 erreichten laut Deutscher Rentenversicherung nur etwa 40 Prozent der neuen Rentner das reguläre Rentenalter von rund 66 Jahren. Die Mehrheit trat früher in den Ruhestand und nahm dafür auch finanzielle Einbußen in Kauf. Im Jahr 2024 bezogen insgesamt rund 937.000 Personen erstmals eine Altersrente. Davon hatten etwa 378.000 Menschen beim Rentenbeginn die reguläre Altersgrenze erreicht. Rund 559.000 entschieden sich für eine vorgezogene Altersrente unter verschiedenen Bedingungen.
Etwa 225.200 „langjährig Versicherte“ nutzten die Möglichkeit eines vorzeitigen Renteneintritts ab 63 Jahren, nahmen dafür jedoch dauerhafte Abschläge von 0,3 Prozent pro Monat in Kauf. Wer mindestens 35 Jahre eingezahlt hat, kann diese Möglichkeit nutzen, akzeptiert aber die Kürzungen für den vorzeitigen Renteneintritt.
Renteneintrittsalter wird bis 2031 auf 67 Jahre angehoben
Bis 2031 soll das gesetzliche Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre steigen. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird in der Öffentlichkeit immer wieder über eine mögliche Anhebung auf 70 Jahre diskutiert, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Laut dem Koalitionsvertrag von Union und SPD ist eine solche Erhöhung jedoch nicht vorgesehen. Darin ist klar festgeschrieben, dass das gesetzliche Renteneintrittsalter nicht weiter angehoben werden soll.
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So möchte die Politik das Arbeiten übers Rentenalter attraktiver gestalten
Die Koalition aus CDU/CSU und SPD will das Arbeiten über das Rentenalter hinaus attraktiver gestalten und setzt dafür auf die sogenannte Aktivrente. Sie soll Rentnerinnen und Rentnern, die über das gesetzliche Rentenalter hinaus tätig bleiben, erlauben, bis zu 2000 Euro im Monat steuerfrei dazu zu verdienen.
Sowohl Bundeskanzler Friedrich Merz im ZDF-Sommerinterview als auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann gegenüber der Süddeutschen Zeitung machten klar: Die Aktivrente soll bereits Anfang 2026 starten. Gleichzeitig plant die Regierung, ab 2026 eine Kommission einzusetzen, die Vorschläge für tiefgreifendere Reformen erarbeitet, damit das Rentensystem auch langfristig solide finanziert bleibt.

