Ein beispielloses Datenleck hat 1,3 Milliarden Passwörter öffentlich gemacht und stellt damit ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Internetnutzer dar. Hier erfährst du, wie du herausfinden kannst, ob auch deine Zugangsdaten betroffen sind und welche Schritte notwendig sind, um deine Konten zu schützen.
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Rekord‑Datenleck: Was ist passiert und wer ist betroffen?
Der Fall übertrifft frühere große Datenleaks bei Weitem: Nahezu zwei Milliarden E-Mail-Adressen und mehr als eine Milliarde Passwörter wurden in einem aktuellen Datenleck veröffentlicht, wie das ZDF berichtet. Dabei stammen die gestohlenen Daten nicht aus einem einzigen spektakulären Hack, sondern haben sich über viele Jahre aus unterschiedlichsten Quellen angesammelt, so das ZDF.
Cyberkriminelle nutzen solche riesigen Sammlungen bei sogenannten „Credential‑Stuffing“-Angriffen, um mit alten Zugangsdaten automatisiert in fremde Konten einzudringen. Von den insgesamt 1,3 Milliarden Passwörtern waren 625 Millionen zuvor noch unbekannt – ein enormer Anteil an völlig neuen Daten.
Besonders auffällig ist, dass rund 394 Millionen Gmail‑Adressen betroffen sind, wie SWR3 berichtet. Das bedeutet aber keineswegs, dass Google selbst gehackt wurde; vielmehr stammen diese Adressen aus den unterschiedlichsten Diensten und Anbieterquellen und zeigen, wie weitreichend die Auswirkungen solcher Leaks sein können.
Passwort-Leak: Warum ist das so gefährlich?
Das Datenleck ist besonders gefährlich, weil Kriminelle die riesigen Datensätze für sogenannte Credential‑Stuffing‑Angriffe nutzen. Dabei probieren sie automatisiert gestohlene Kombinationen aus E‑Mail-Adressen und Passwörtern, um Zugriff auf verschiedenste Konten zu erhalten – vor allem dann, wenn Nutzer*innen dasselbe Passwort mehrfach verwenden.
Da die Daten über viele Jahre aus unterschiedlichsten Quellen zusammengetragen wurden, können selbst ältere Kombinationen nach wie vor funktionieren. Betroffen sind dabei nicht nur große Anbieter: Zwar sind unter den Daten etwa 394 Millionen Gmail‑Adressen, diese stammen jedoch aus über 32 Millionen unterschiedlichen Domains, was die Zahl der potenziell gefährdeten Nutzer*innen enorm erhöht.
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Passwort-Leak: So findest du heraus, ob du betroffen bist
Du möchtest wissen, ob du von dem Leak betroffen bist oder möchtest deinen E-Mail-Account vor Betrüger*innen schützen? Dann solltest du so vorgehen:
- Überprüfe deine E‑Mail-Adresse bei Have I Been Pwned, um herauszufinden, ob deine Daten betroffen sein könnten.
- Setze auf starke, individuelle Passwörter für jeden einzelnen Dienst – am besten mithilfe eines Passwort‑Managers.
- Aktiviere die Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (2FA) überall dort, wo diese verfügbar ist. Damit erhöhst du die Sicherheit deines Accounts erheblich.
- Ändere sofort alle Passwörter, die in den Listen gefunden wurden – auch wenn sie bereits älter sind oder du die entsprechende Anwendung selten nutzt.

