Je älter man wird, desto wichtiger wird auch das Thema Rente. Wie wichtig es ist, bereits in jungen Jahren zu wissen, wie hoch die spätere Rente sein wird, um noch rechtzeitig für andere Einkommensquellen zu sorgen, damit es während des Ruhestandes nicht zu finanziellen Engpässen kommt. Auskunft darüber gibt die Renteninformation. Was dort genau drin steht und wie sie zu lesen ist.
Alles zu deiner Renteninformation:
Was steht in der Renteninformation?
Hierzulande wird dir deine Renteninformation per Post zugeschickt. Und zwar erfolgt das über die Deutsche Rentenversicherung. Wenn du über 27 Jahre alt bist und mindestens fünf Jahre Beiträge an die Versicherung gezahlt hast, erhältst du einmal im Jahr ein Schreiben von der DRV. Neuerdings kannst du deine Renteninformation aber auch online einsehen.
Das Schreiben gibt dir Auskunft über deine bereits erworbenen Rentenansprüche und enthält außerdem eine Hochrechnung deiner voraussichtlichen Altersrente. So kannst du gut abschätzen, ob und wie viel Geld du noch verdienen musst, damit du im Ruhestand keine finanziellen Probleme hast. Einfach gesagt, kannst du also mithilfe der Renteninformation herausfinden, ob deine Rente ausreicht.
Welche Informationen du an welchen Stellen der Renteninformation ablesen kannst:
1. Regelaltersgrenze
Im ersten Absatz deiner Renteninformation findest du deine Regelaltersgrenze. Damit ist das Alter gemeint, ab welchem du völlig abschlagsfrei in den Ruhestand eintreten darfst.
2. Rente bei Erwerbsminderung
Unter der Regelaltersgrenze befindet sich ein kleiner Kasten, der drei Beträge erhält. Bei dem ersten dieser drei Werte handelt es sich um die Rente bei völliger Erwerbsminderung. Das ist der Rentenanspruch, den du quasi heute erhalten würdest, wenn du ab jetzt so stark gesundheitlich eingeschränkt wärst, dass du gar nicht mehr arbeiten könntest.

3. Höhe der aktuellen Rentenansprüche
Der zweite Wert innerhalb dieses Kästchens ist die Höhe deiner aktuellen Rentenansprüche. Je jünger du bist, desto geringer ist auch dieser Betrag. Allerdings kannst du diesen immer mit deinen vorherigen Renteninformationen vergleichen und somit absehen, wie sehr sich dieser Wert verändert hat.
4. Höhe der künftigen Altersrente, aber…
Bei dem letzten sich im Kästchen befindlichen Wert handelt es sich um die Höhe deiner zukünftigen Altersrente – also die Rente, die du bei Eintritt in den Ruhestand erhalten würdest, wenn du genauso weiter verdienst wie jetzt. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Hochrechnung. Die echten Beträge können natürlich variieren.
Das Wichtigste aber: Die prognostizierte Rente wird als Bruttobetrag ausgewiesen, d.h. du musst darauf noch Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern zahlen. Wer das nicht beachtet und nicht entsprechend vorsorgt, also die mögliche Lücke schließt, hat im Alter deutlich weniger Geld zur Verfügung als vielleicht angenommen.
Außerdem werden hier nur Prognosen abgegeben, d.h. politische Rentenentscheidungen sind nicht berücksichtigt und die Prognosen, somit auch deine Rentenbezüge, können sich ändern.
- Mehr zum Thema Rente gibt es hier:
- Ist die betriebliche Altersvorsorge verpflichtend? Diese Regelungen solltest du kennen
- Monatsanfang oder Monatsende – wann erfolgt die Auszahlung der Rente?
- In diesen Fällen müssen Rentner keinen Rundfunkbeitrag zahlen
- Nicht Deutschland: In diesem Land ist das Renteneintrittsalter am höchsten
- Rente: So viel Geld gibt es im Durchschnitt
Fazit: Bescheid richtig verstehen und eine Alternative
Deine Renteninformation gibt dir regelmäßig einen Überblick über deine spätere finanzielle Lage. Anstatt sie einfach abzuheften, solltest du dir jedoch jedes Mal die Frage stellen, ob deine Rente auch ausreicht. Denn falls nicht, hast du noch genug Zeit, um beispielsweise mit einer privaten Altersvorsorge zu beginnen. So bist du im Ruhestand später besser abgesichert und kannst diesen wirklich in vollen Zügen genießen.
Eine gute Alternative ist die digitale Rentenübersicht der deutschen Rentenversicherung. Hier kannst du dich anmelden und deine Bezüge ganz ohne Zettelwirtschaft übersichtlich einsehen und besser planen.
Gender Pension Gap: Frauen stehen auch 2024/25 bei der Rente weiterhin deutlich schlechter da als Männer. Laut Daten des Statistischen Bundesamts beträgt der Gender Pension Gap im Jahr 2024 25,8 %, wenn man Hinterbliebenenrenten und Pensionen mit berücksichtigt. Ohne diese Leistungen liegt die Lücke sogar bei 36,9 %. Frauen ab 65 Jahren verdienen inkl. dieser Hinterbliebenen- und Pensionsbezüge im Schnitt etwa 20.668 Euro/Jahr brutto, Männer etwa 27.850 Euro.
Die häufigsten Gründe für das Gefälle: Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen. Sie sind öfter in Teilzeit tätig. Sie unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit für Pflege- und Fürsorgeaufgaben. Sie sind seltener in Führungspositionen.
Um den Gender Pension Gap auszugleichen, sollten Frauen auf die Altersvorsorge achten.

