Zahlungsdienste wie PayPal oder Klarna gehören für viele längst zum Standard beim Onlinekauf. Dabei nutzen viele Käuferinnen und Käufer die sogenannte Buy-Now-Pay-Later-Funktion. Nun tritt jedoch eine neue Regelung in Kraft, die das spätere Bezahlen verändern dürfte. Denn bald greift hier nämlich die 200-Euro-Regel. Was es genau mit sich auf sich hat und was sie für Käuferinnen und Käufer konkret bedeutet, erfährst du hier.
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Buy-Now-Pay-Later: Das ändert sich jetzt bei PayPal & Co.
- Buy-Now-Pay-Later-Funktion: Einstieg in die Überschuldung?
- 200-Euro-Regel: Warum wird sie bei Bezahldiensten eingeführt?
- Das ändert sich nun für Kundinnen und Kunden
- Mögliche Nachteile und Kritik an der Neuerung
- 200-Euro-Regel: Chancen für mehr Verbraucherschutz
- Neue Bonitätsprüfung: Was das für die Zukunft des Bezahlens bedeutet
Buy-Now-Pay-Later-Funktion: Einstieg in die Überschuldung?
Die Buy-Now-Pay-Later-Funktion, wie sie etwa von Klarna, Paypal oder kleineren Anbietern wie Ratepay und Riverty angeboten wird, macht das Einkaufen online besonders verlockend: Man erhält die Ware sofort, bezahlt aber erst später. In der Praxis kauft der Anbieter die Ware quasi auf eigene Rechnung und fordert das Geld dann vom Kunden – entweder nach 30 Tagen oder in Raten über mehrere Monate.
Auf den ersten Blick klingt das praktisch, doch oft fallen hohe Zinsen an, und wer eine Zahlung verpasst, muss zusätzlich Mahngebühren bezahlen. Experten warnen insbesondere vor den Risiken für junge Menschen: Laut der Trendstudie „Jugend in Deutschland“ ist mittlerweile jeder fünfte 14- bis 29-Jährige verschuldet, ein Anstieg von 16 auf 20 Prozent in wenigen Jahren. Was für manche ein bequemes Zahlungsmittel ist, kann für andere schnell zum Einstieg in eine Schuldenfalle werden, weil die scheinbar kleinen Beträge am Ende eine große finanzielle Belastung darstellen.
200-Euro-Regel: Warum wird sie bei Bezahldiensten eingeführt?
Mit der Einführung der sogenannten 200-Euro-Regel bei Bezahldiensten reagiert die EU auf die wachsende Sorge, dass vor allem junge Menschen sich durch die Buy-Now-Pay-Later-Funktion verschulden, etwa für Kleidung, Konzerttickets oder Smartphones, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Intern heißt die Maßnahme: Verbraucherschutz stärken, indem auch sehr kleine Kredite künftig einer Bonitätsprüfung unterzogen werden.
Das ändert sich nun für Kundinnen und Kunden
Künftig werden Anbieter prüfen müssen, ob Nutzer*innen den kleinen Kreditbetrag zurückzahlen können. Das betrifft nicht nur klassische Ratenzahlungen, sondern ebenso Rechnungskauf, Kurzzeitkredite oder „Später zahlen“-Angebote, wie der Focus berichtet. Wer bei der Prüfung nicht gut abschneidet, muss damit rechnen, dass der Kauf auf Rechnung oder in Raten abgelehnt wird – auch bei sehr kleinen Beträgen. Für viele Verbraucher*innen, die diese Zahlungsart aus Bequemlichkeit nutzen, bedeutet das spürbare Einschränkungen. Die Unternehmen haben bis November 2026 Zeit, die neuen Vorgaben vollständig umzusetzen.
Mögliche Nachteile und Kritik an der Neuerung
Verbraucherschützer*innen begrüßen zwar mehr Sicherheit, warnen aber gleichzeitig vor praktischen Problemen. Eine Bonitätsprüfung für einen Einkauf von zum Beispiel 50 Euro könne für Anbieter unverhältnismäßig aufwendig werden, wie der Focus betont. Händler, die den Rechnungskauf über Drittanbieter abwickeln, rechnen außerdem mit zusätzlicher Bürokratie. Es könnte passieren, dass Unternehmen kleine Kredite unattraktiver finden und ihr Angebot entsprechend reduzieren.

200-Euro-Regel: Chancen für mehr Verbraucherschutz
Auf der anderen Seite dürfte die neue Regel helfen, spontane Überschuldung zu verhindern. Die verpflichtende Prüfung erhöht die Transparenz und zwingt Anbieter dazu, verantwortungsvollere Kreditvergaben vorzunehmen. Verbraucher*innen bekommen damit eine Art Sicherheitsnetz – besonders diejenigen, die sich schnell zu viele kleine Käufe auf Kredit leisten, so das RedaktionsNetzwerk Deutschland.
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Neue Bonitätsprüfung: Was das für die Zukunft des Bezahlens bedeutet
Die neue 200-Euro-Regel verändert den Online-Einkauf spürbar. Für manche bedeutet sie mehr Aufwand und mögliche Ablehnungen beim Rechnungskauf. Für andere schafft sie dringend notwendigen Schutz vor unübersichtlichen Kleinkreditfallen. Klar ist: Wer künftig „erst später bezahlen“ möchte, muss damit rechnen, dass dies nicht mehr automatisch funktioniert. Die Regel soll verhindern, dass gerade kleine Beträge sich unbemerkt zu großen Problemen summieren – und könnte den Umgang mit Onlinekäufen langfristig sicherer machen.

