Bis vor einigen Jahren, war es möglich, bereits mit 63 Jahren völlig abschlagsfrei in den Ruhestand einzutreten – zumindest, wenn man zuvor mindestens 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hatte. Das geht mittlerweile nicht mehr. Dennoch planen viele Arbeitnehmer:innen bereits jetzt, früher in Rente zu gehen. Warum sie dafür teilweise hohe Abschlagssummen in Kauf nehmen und welche Personengruppen besonders betroffen sind, verraten wir dir in diesem Artikel.
Warum die Deutschen früher in Rente gehen möchten:
Ein früherer Ruhestand ist kostspielig
Derzeit liegt das reguläre Renteneintrittsalter bei 67 Jahren. Wer eher in den Ruhestand eintreten möchte, muss Abschläge zahlen. Und diese fallen gar nicht mal so klein aus. Für jeden Monat, den man eher als die Regeleintrittsgrenze in Rente geht, werden 0,3 Prozent der Rente abgezogen. Wer also ein Jahr eher in Rente gehen möchte, hat gleich 3,6 Prozent weniger Rente auf dem Konto.
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Und dennoch zeigen aktuelle Umfragen immer wieder, dass viele Menschen trotzdem eher in den Ruhestand gehen möchten als es die Regeleintrittsgrenze vorschreibt. Wie die Tagesschau berichtet, hat etwa die Hälfte der Beschäftigten in den letzten Jahren frühzeitig die gesetzliche Rente beantragt.
Wer möchte eher in Rente gehen?
Im April 2024 hat auch das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) eine repräsentative Umfrage zu diesem Thema veröffentlicht. Dabei wurden etwa 5.000 Beschäftigte zu ihren Ruhestandsplanungen befragt.

Das Ergebnis ist überraschend. Zwar fühlen sich knapp 57,4 Prozent der Beschäftigten in der Lage bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu arbeiten, etwa 40 Prozent der Befragten würden jedoch eine Frührente präferieren und dafür sogar Kürzungen und Abschläge in Kauf nehmen.
Diese Personengruppe geht besonders oft früher in Rente
Besonders interessant wird es, wenn man sich anschaut, welche Personengruppen überhaupt am ehesten früher in Rente gehen würden. Hier macht es nämlich kaum einen Unterschied, in welchem Alters sich die Personen befinden. Viel ausschlaggebender ist das Einkommen. Während Menschen mit einem verhältnismäßig hohen Einkommen sich noch eher vorstellen können, ein paar Jahre länger zu arbeiten, kommt das bei geringverdienenden eher nicht infrage.
Grundsätzlich lohnt sich das bisherige Gehalt für viele Arbeitnehmer:innen zu wenig, um dafür weniger Freizeit und die potentielle Schädigung der Gesundheit in Kauf zu nehmen.

