Krumme Stämme, verdrehte Äste, ein fast märchenhafter Gang durch grün schattierte Bögen: Wer die sogenannte Hexenbaum-Allee in Niedersachsen betritt, steht plötzlich in einer Landschaft, die wirkt, als sei sie nicht von dieser Welt. Offiziell trägt sie den Namen Süntelbuchenallee – und gilt als einzigartig in Deutschland.
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In Deutschland: Ein Wahrzeichen mitten im Kurpark
Die Süntelbuchenallee liegt im historischen Kurpark von Bad Nenndorf im Landkreis Schaumburg. Sie ist rund 500 Meter lang und besteht aus etwa 100 Süntel-Buchen, einer extrem seltenen Wuchsform der Rotbuche.
Im Volksmund werden die bizarr gewachsenen Bäume gern „Hexenholz“ genannt – ein Name, der angesichts der verdrehten Formen kaum überrascht.

Warum wachsen die Bäume so seltsam?
Die Süntelbuche wächst nicht gerade nach oben, sondern zickzackartig in die Breite. Viele Exemplare erreichen kaum mehr als 15 Meter Höhe, wirken dafür aber besonders ausladend und skulptural.
Die Ursache dieser ungewöhnlichen Wuchsform liegt in einem Gendefekt, dessen genauer Auslöser bis heute nicht abschließend geklärt ist. Genau das macht die Bäume für Botaniker*innen ebenso spannend wie für Besucher*innen.
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Die Geschichte der Allee
Anfang des 20. Jahrhunderts begann der Brunnengärtner und Dendrologe Carl Thon (1867–1955), Sämlinge aus den Bucheckern der sogenannten Tilly-Buche zu ziehen. Dieses Ursprungs-Exemplar stand bis 1994 am Nordostrand des Süntels, einem kleinen Höhenzug rund 15 km südwestlich von Bad Nenndorf.
Mit diesen Nachzuchten legte Thon den Grundstein für die heutige Allee. Durch Wurzelaustriebe, Absenker und gezielte Nachpflanzungen wuchs der Bestand im Laufe der Jahrzehnte auf knapp 100 Bäume an – die größte Süntelbuchenallee Deutschlands.

Woher kommt der Name?
Der Name „Süntelbuche“ geht auf den Süntel zurück, wo es bis Mitte des 19. Jahrhunderts den größten Süntelbuchenwald Europas gab. Heute existieren nur noch rund 50 Standorte mit einzelnen alten Bäumen oder kleinen Gruppen.
Umso bedeutender ist die Allee in Bad Nenndorf: Sie bewahrt eine Baumform, die andernorts fast verschwunden ist.
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Aktuelle Einschränkungen – und wann sich ein Besuch wieder lohnt
Der Kurpark und damit auch die Süntelbuchenallee sind derzeit wegen der Vorbereitungen zur Landesgartenschau nicht frei zugänglich. Während der Landesgartenschau Bad Nenndorf 2026 (29. April bis 18. Oktober 2026) wird die Allee jedoch Teil des Ausstellungsgeländes und wieder erlebbar sein.
Ab Herbst 2026 soll der Kurpark dann erneut frei und ganzjährig zugänglich sein. Aktuelle Informationen gibt es direkt bei der Landesgartenschau.

