Noch heute kann man sie in der Weihnachtszeit in vielen Fenstern entdecken: die berühmten Schwibbögen. Es handelt sich dabei um aus Holz oder Metall geformte „Brücken“ in denen sich oft Kerzen befinden. Doch woher kommen sie? Und welche spannende Geschichte steckt dahinter? Wir haben uns die Legenden rund um die Schwibbögen angesehen und verraten es dir. Spoiler: Es geht dafür ins Erzgebirge.
Eines vorab: Eine*n historisch belegten Erfinder*in gibt es nicht – der Schwibbogen ist das Ergebnis erzgebirgischer Bergmannstradition, um den sich bis heute verschiedene Legenden ranken. Es gibt daher unterschiedliche Theorien. Die folgende Geschichte ist eine der berührendsten.
Alles zum Thema „Schwibbögen aus dem Erzgebirge“
Ursprung im Erzgebirge: Die Geschichte der Schwibbögen
In den langen, dunklen Winternächten, wenn der Schnee das Land in stilles Weiß hüllte und die Bergleute tief in den Stollen arbeiteten, suchte der Bergmann Martin nach einem Weg, Licht und Wärme in die Dunkelheit zu bringen. Er begann damit, Holz zu schnitzen und geschwungene Bögen zu formen, die er mit Kerzen bestückte – das Ergebnis: der erste Schwibbogen.

Doch Martin schuf damit mehr als ein leuchtendes Kunstwerk: Er schenkte den Bergleuten Hoffnung. Die Form des Bogens erinnerte an einen Bergstollen und sollte symbolisieren, dass die Arbeiter*innen, auch tief unter der Erde, immer ein Stück Himmel über sich hatten. Mit jedem Schnitt übertrug Martin seine Träume von Licht, Gemeinschaft und Wärme auf das Werk.
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Es entstand ein Symbol für Gemeinschaft
Als Martin seinen Schwibbogen den Bergleuten präsentierte, erhellten die Kerzen nicht nur die Stollen, sondern auch die Herzen der Männer. Der Schwibbogen wurde zu einem Symbol für Durchhaltevermögen und Zusammenhalt, welches die Dunkelheit mit der Magie der Bergmannstradition durchbrach.

Martins Idee verbreitete sich schnell, weshalb auch Bergleute in anderen Dörfern damit begannen, eigene Schwibbögen zu fertigen – jeder mit individuellen Formen und Verzierungen, inspiriert von den Geschichten und Legenden der Heimat.
In den folgenden Jahren entwickelte sich der Schwibbogen nicht nur zu einem Symbol des Lichts, sondern auch zu einem kulturellen Erbe der Region: In den stillen Nächten vor Weihnachten erhellte sein Kerzenschein die Fenster der Bergmannshäuser und vertrieb die Dunkelheit.
Laut einer anderen Theorie diente das Saturnfest als Inspiration
Der Kunsthistoriker Igor Jenzen hält eine andere Theorie für wahrscheinlicher. In seinen Überlegungen bezieht er sich auf das Saturnfest, das 1719 im Plauenschen Grund bei Dresden stattfand. Das Highlight der Feierlichkeiten war die Hochzeit von Friedrich August, dem Sohn Augusts des Starken, mit der Kaisertochter Maria Josepha. Für die Feierlichkeiten hatte der Kurfürst 1.400 Bergleute in Tracht aus dem Erzgebirge nach Dresden beordert.
Auf überlieferten Kupferstichen des Dresdner Hofmalers Fehling aus dem Jahr 1724 sind halbrunde Bögen zu erkennen, die den Saturntempel überspannten und mit Leuchten besetzt waren. Dieses Bild zeigt deutliche Parallelen zum späteren Schwibbogen.
Doch keine Sorge, bei all den Theorien gibt es auch noch ein paar Fakten:

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Fakten: Meilensteine der Schwibbogen-Geschichte
- Seiffener Modell: Um etwa 1935 entwarf Max Schanz, der damalige Direktor der Seiffener Spielwarenschule, einen hölzernen Schwibbogen mit der Seiffener Kirche als Motiv, der für spätere Holz‑Schwibbögen stilbildend wurde.
- Schwarzenberger Motiv: 1937 gewann ein Entwurf von Paula Jordan auf der „Feieromd Ausstellung“ in Schwarzenberg große Bekanntheit. Der so gestaltete Schwibbogen mit Bergleuten, Klöppler*innen und Schnitzer*innen zählt bis heute zu den berühmtesten Motiven.
- Industrialisierung: Ab den 1930er und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich der Schwibbogen als Weihnachtsdekoration stark, und die Produktion aus Holz wurde zur typischen Form, die heute in vielen Stuben zu sehen ist.
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