Der Bodensee, Deutschlands größtes Binnengewässer, wirkt auf den ersten Blick ruhig und unscheinbar. Doch unter der spiegelglatten Oberfläche verbergen sich Relikte vergangener Jahrhunderte. Was lange nur vermutet wurde, ist nun bestätigt: Mit modernster Technik haben Forscher*innen mehr als 30 bislang unbekannte Schiffswracks entdeckt. Alle spannenden Fakten.
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In Deutschland: Forscher fanden mehr als 30 Schiffswracks im Bodensee
Seit 2022 läuft das Projekt „Wracks und Tiefsee“, getragen vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg. Mit Sonargeräten, Tauchrobotern und präziser Kartierung wird der gesamte Seegrund systematisch untersucht. „Dieses Vorhaben ist in Binnengewässern bislang einzigartig“, betont Landesarchäologe Prof. Dr. Dirk Krausse in einer offiziellen Pressemitteilung. Ziel ist eine vollständige Bestandsaufnahme, Bewertung und Dokumentation aller Wracks im Bodensee.

Über 250 Verdachtsstellen – 31 echte Wracks
Bis Ende 2024 registrierten die Expert*innen mehr als 250 sogenannte Anomalien auf dem Grund des Sees. 186 Stellen wurden bereits überprüft: In den meisten Fällen handelte es sich um natürliche Strukturen oder kleine menschliche Eingriffe wie Fischreiser. In 31 Fällen jedoch stießen die Forscher*innen tatsächlich auf Wracks – teils kulturhistorisch bedeutend, teils Relikte jüngerer Zeit, wie Sportboote oder Wasserfahrzeuge.
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3 Funde mit hohem Seltenheitswert
Unter den Entdeckungen stechen mehrere Objekte hervor:
- Ein weit verstreutes Trümmerfeld aus Holzfässern: Mindestens 17 Fässer liegen am Grund des Sees, einige davon erstaunlich gut erhalten. Welche Ladung einst transportiert wurde und welches Schiff sie verlor, ist noch unklar.
- Zwei große Metallschiffsrümpfe: Nach Lage und Ausmaßen könnten es die Schaufelraddampfer „SD Baden“ (ehemals „Kaiser Wilhelm“) und „SD Friedrichshafen II“ sein. Eine endgültige Identifizierung steht aus.
- Ein nahezu vollständig erhaltenes Lastsegelschiff: Mast und Rah sind noch intakt – eine Seltenheit in der Unterwasserarchäologie, die neue Erkenntnisse zum historischen Schiffbau am Bodensee verspricht.
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Zeitkapseln am Seegrund
Für die Wissenschaft sind diese Wracks weit mehr als nur versunkene Fahrzeuge. Sie geben Aufschluss über Schiffsbau, Handelsrouten und Transporttechniken vergangener Epochen. Durch naturwissenschaftliche Analysen lassen sich sogar Herkunft und Qualität alter Waren bestimmen.
„Wracks sind weit mehr als nur verlorene Fahrzeuge – sie sind echte Zeitkapseln, die Geschichten und handwerkliches Können längst vergangener Tage konservieren. Egal ob Titanic, HMS Terror, Säntis oder Lady Jay: Alle Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass Wracks die Menschen faszinieren“, resümiert die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts, Alexandra Ulisch.

Forschung bis 2027
Bis Sommer 2027 wollen die Expert*innen den gesamten Bodenseegrund untersucht haben. Weitere spektakuläre Entdeckungen sind wahrscheinlich – und könnten das Bild des Sees als archäologische Schatzkammer noch schärfen. Fest steht schon jetzt: Unter der Wasseroberfläche liegt ein Archiv der Geschichte, das erst begonnen hat, seine Geheimnisse preiszugeben.
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