In vielen Haushalten stehen sie unbeachtet in Vitrinen oder Kartons auf dem Dachboden: alte Tassen, Teller oder Figuren aus Porzellan, geerbt von Eltern oder Großeltern. Oft gelten sie als sentimentale Erinnerungsstücke – ihr tatsächlicher Wert bleibt dabei unterschätzt. Doch genau hier kann sich ein überraschender Schatz verbergen: Denn trägt das Porzellan ein kleines Symbol, kann es schnell mehrere Tausend Euro wert sein.
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Ein Symbol mit jahrhundertealter Geschichte
Es handelt sich um ein Zeichen, das Kenner sofort erkennen, Laien jedoch leicht übersehen: zwei gekreuzte Schwerter, meist in Blau unter der Glasur angebracht. Dieses unscheinbare Detail gilt als eines der berühmtesten Markenzeichen der Porzellangeschichte – und als Hinweis auf außergewöhnliche Qualität.

Die gekreuzten Schwerter stehen für Meissener Porzellan, die älteste Porzellanmanufaktur Europas. Seit ihrer Gründung im Jahr 1710 wird dort feinstes Porzellan gefertigt – zunächst ausschließlich für Könige, Fürsten und den Hochadel. Bis heute genießt die Manufaktur weltweit hohes Ansehen und gilt als Maßstab für handwerkliche Perfektion.
Für Sammler*innen ist jedoch nicht allein das Symbol entscheidend. Auch das Alter, der Erhaltungszustand, das Dekor und die Seltenheit eines Stücks spielen eine zentrale Rolle. Besonders gefragt sind handbemalte Arbeiten, detailreiche Figuren sowie Service aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Selbst kleine Unterschiede im Schwerterzeichen können Aufschluss über die Herstellungszeit geben – und den Marktwert erheblich beeinflussen.

Diese Porzellanstücke sind besonders wertvoll
Auf Auktionen erzielen originale Stücke regelmäßig hohe Preise. Einzelne Figuren werden für mehrere Tausend Euro gehandelt, komplette Service können sogar fünfstellige Summen erreichen. Dabei sind es nicht nur prunkvolle Schaustücke, die gefragt sind: Auch Kannen, Zuckerdosen oder einzelne Teller können wertvoll sein, sofern sie authentisch und gut erhalten sind.
So wurden beispielsweise zwei Balustervasen aus dem Meissener Porzellan im Stil des 18. Jahrhunderts für 5000 Doller (rund 4.270 Euro) verkauft. Eine originalgetreue Nachbildung einer 120 Jahre alten Schmucktruhe kann jedoch auch direkt mal bei rund 500.000 Euro liegen.
Zwar mindern Risse, Abplatzungen oder spätere Nachbemalungen den Wert, doch selbst beschädigte Stücke können für Sammler*innen noch interessant sein. Eine fachkundige Einschätzung lohnt sich daher fast immer.
Lesetipp: In Meißen befindet sich auch die älteste Burg Deutschlands! Das berühmte Porzellan, auch weißes Gold genannt, fand in den alten Gemäuern seinen Anfang. Hier geht es zum vollständigen Artikel.

Vorsicht bei Nachahmungen
Das berühmte Schwerterzeichen wurde im Laufe der Jahrhunderte häufig kopiert. Nicht jedes Porzellan mit ähnlicher Markierung ist automatisch echt. Fachleute prüfen unter anderem die Linienführung des Zeichens, die Glasur, das Material und die handwerkliche Ausführung. Wer unsicher ist, sollte sich an spezialisierte Antiquitätenhändler, Auktionshäuser oder Gutachter wenden.
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Ein genauer Blick kann sich lohnen
Wer Porzellan geerbt hat oder alte Stücke im Haushalt findet, sollte die Unterseite aufmerksam prüfen. Die gekreuzten Schwerter sind mehr als nur ein Dekorationsdetail – sie können auf ein wertvolles Sammlerstück und ein bedeutendes Kapitel europäischer Kulturgeschichte hinweisen. Was lange als bloßes Erinnerungsstück galt, entpuppt sich mitunter als echtes Vermögen.

