Ein harmlos wirkender Moment am Geldautomat kann schnell ernsthafte rechtliche Folgen haben. Nicht nur Betrug durch Dritte – wie etwa Skimming – ist ein Risiko, vor dem Verbraucherinnen und Verbraucher wachsam sein müssen. Auch das eigene Verhalten kann strafrechtlich relevant werden. Wir zeigen, welche Fehler beim Geld abheben vermieden werden sollten.
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Fund am Geldautomaten: Nicht einfach behalten
Wenn ein Betrag im Ausgabeschacht eines Geldautomatens hängen bleibt – etwa, weil die Transaktion nicht abgeschlossen wurde – gilt das nicht automatisch als „gefundenes“ Geld, das eingesteckt werden darf. Rechtlich kann das bloße Behalten eines solchen Geldbetrags ohne Meldung an den Betreiber oder die Polizei bereits als Unterschlagung gewertet werden, heißt es auf der offiziellen Website der Volksbank eG Delmenhorst Schierbrok.
In Deutschland sieht das Strafgesetzbuch (StGB) dafür Geld- oder sogar Freiheitsstrafen vor, je nach Situation und höhes des Betrags. Auf der Webseite Anwalt.de heißt es: Wer Geld im Automaten findet, muss prüfen, ob es vom Vorgänger/der Vorgängerin stammt, und es melden. Tut er das nicht und behält es, liegt regelmäßig Unterschlagung vor.

Nach gängiger Rechtsprechung kann das Behalten hängen gebliebener Beträge im Geldautomaten mit einer Geldstrafe geahndet werden. In schwereren Fällen – etwa bei höheren Summen oder wenn der Eindruck entsteht, das Geld sei absichtlich einbehalten worden – drohen sogar bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.
Expert*innen raten: Wartet man kurz, meist nur wenige Sekunden, bis der Automat das nicht entnommene Geld wieder einzieht, wird der Betrag in der Regel automatisch dem eigenen Konto gutgeschrieben – und man ist rechtlich auf der sicheren Seite.
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Jemand hat dein Geld eingesteckt? Das solltest du jetzt tun
Laut der Volksbank eG Delmenhorst Schierbrok ist nicht sofort erkennbar, ob jemand anderes das Geld eingesteckt hat. Notiere in diesem Fall am besten die genaue Uhrzeit, den Automatenstandort und den Betrag. Sollte die Person danach noch Geld abheben, kann sie möglicherweise über die Videoüberwachung identifiziert werden. Bei größeren Beträgen kann auch die Polizei eingeschaltet werden.

Skimming & Betrug: Fremdeingriffe erkennen
Unabhängig von der eigenen Haftung ist beim Geldabheben auf Manipulationsversuche durch Dritte zu achten. Auf der offiziellen Webseite der Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes wird vor verschiedenen Vorgehensweisen gewarnt:
Betrüger und Betrügerinnen nutzen verschiedene Techniken wie Skimming, um Kartendaten und PIN auszuspähen, oder sogenannte Cash-Trapping-Methoden, bei denen das ausgegebene Geld bewusst blockiert wird, damit es später abgeholt werden kann. Solche Eingriffe sind strafbar und können Opfer finanziell und juristisch belasten.
Praktische Sicherheitstipps:
- Vor dem Einführen der Karte prüfen, ob die Tastatur oder das Kartenlager ungewöhnlich wirkt (angebrachte Aufsätze, lose Teile).
- Beim Eingeben der PIN auf Sichtschutz achten, um Ausspähen zu verhindern.
- Bei Verdacht auf Manipulation den Automaten nicht benutzen und die Bank bzw. Polizei informieren.

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Experten warnen: Beim Geld abheben unbedingt aufmerksam sein
Nicht nur Fremdeingriffe durch Kriminelle, sondern auch das eigenmächtige Behalten von im Automaten hängen gebliebenem Geld können Probleme verursachen. Schon kleine Unachtsamkeiten können – je nach Fallgestaltung – zu Geld- oder sogar Freiheitsstrafen führen. Wer die Regeln kennt und umsichtig handelt, kann diese Risiken vermeiden.

